Festung Wangerooge

Impressionen erhaltener LS-Anlagen / Spuren des Luftkrieges / 16.09.2009 / 26.08.2015 / (Nachtrag 27.10.16) / (Nachtrag 18.09.18)

- Vielen Dank an Herrn Peter Raddatz für die Unterstützung und Bereitstellung von Bildmaterial für diese Rubrik / Unser Dank zudem an Herrn J.-M. Brandes für diverse Informationen zu den LS-Objektstandorten -

Die Insel Wangerooge wurde im Zweiten Weltkrieg stark befestigt. Diverse Flakstellungen wurden errichtet. Dabei ging es dem Militär nicht primär um den Schutz der Insel, sondern um deren Zweck als Bollwerk gegen feindliche Bomberverbände auf ihrem Weg zu den gefährdeten Städten Wilhelmshaven und Bremerhaven. Ungefähr 100 Bunker wurden auf der Insel gebaut, viele davon waren Bestandteile der Flakstellungen (Geschützbunker, Munitionsbunker, Mannschaftsbunker usw.). Auch zivile LS-Bauten entstanden im Inseldorf, darunter auch einige betonierte Deckungsgräben. In der Kriegsendphase wurde Wangerooge zur Festung erklärt. Am 25. April 1945 fand ein schwerer Luftangriff auf die Insel statt, der ungefähr 300 Todesopfer forderte. 20 Menschen wurden bei diesem Angriff in einem Kleinbunkerunterstand einige Meter westlich des Inseldorfes (westlich der heutigen Marinesignalstation) in den Dünen getötet. Ihre zerfetzten Leichen konnten nicht mehr geborgen werden. Der Bunker wurde vermauert und zugeschüttet. Heute befindet sich an dem Ort eine Kriegsgräberstätte.

Noch immer sind auf der Insel zahlreiche Bombentrichter zu sehen. Die meisten LS-Bauten allerdings wurden bereits kurz nach Kriegsende gesprengt und später dann großteilig gänzlich beseitigt. Nachfolgend Impressionen von dem, was heute noch erkennbar ist. Es gibt jedoch noch einige weitere Anlagenreste, die hier nicht aufgeführt sind.

Karte der Befestigungen Wangerooges (nicht komplett)

Betontrassenreste im Inselwesten

 

Foto: Impression Sammlung / Dauerausstellung im Leuchtturm Wangerooge

 

Wie ein Relikt des Bombenkrieges: Teilabgebrochenes historisches Gebäude im Ortskern 2009

26. August 2015: Noch immer ist das Gebäude in dem Zustand zu sehen (!). Lediglich ein kleiner Teil wurde abgebrochen. Was ist hier los?

18. September 2018: Noch immer keinerlei Änderung am Gebäude...

 

Impressionen der Insel

Bombentrichter im Inselwesten

Bereits auf der Hinfahrt von der Fähre zum Inseldorf sind direkt an den Zuggleisen diverse Einschlagstellen erkennbar.

Neuaufnahmen 26. August 2015:

Folgende Aufnahmen ohne schriftliche Trennung voneinander jeweils von 2009 und 2015 / Nachträge von 2016 und 2018 sind größtenteils gekennzeichnet:

Sirenen

Sirene Bahnhof

Sirene Inselgymnasium

2009: Noch Feuerwehrgebäude

Sirene Feuerwehrgebäude (2015 Feuerwehr nicht mehr stationiert / mittlerweile Restaurant)

Mindestens drei Sirenen der Bauart E57 sind noch heute auf der Insel vorhanden. Eventuell könnten diese aus Kriegszeiten stammen, oder aber an den Standorten der Ursprungssirenen montiert worden sein.

Nachtrag 18.09.18: Die Sirene auf dem ehemaligen Feuerwehrgebäude wurde mittlerweile entfernt.

Nachtrag vom 18.09.18 / Kleinbunker nördlich der Marine-Signalstation

Der Kleinbunker dient heute als "Kriechkeller" für die Bundeswehr. Er liegt versteckt integriert in die Neubauten. Erkennbar auf den Bildern der Lüftungsschornstein. Der Eingang des Bunkers ist nach Süden hin ausgerichtet und kann vom Gelände der Signalstelle aus betreten werden.

Betonierter Deckungsgraben Zedeliusstraße

Lüftungsschacht des Deckungsgrabens

Bei diesem Objekt im Dorfkern an der Zedeliusstraße handelt es sich um das rückwärtige Teilstück eines Ein-Röhren-Deckungsgrabens. Zu sehen ist hier der Notausstiegsturm. Das Innere dürfte heute als Wasserzisterne dienen. Rechts daneben am nahen Wohnhaus ist zudem ein Hügel zu erkennen, wie auch direkt hinter dem Objekt. Hier wird die Röhre verlaufen, eventuell sogar mit L-Knick? Der Eingang wird sich demnach entweder direkt an der Robbenstraße östlich der Zedeliusstraße befunden haben oder ebenfalls an der Zedeliusstraße weiter südlich. Diesen Eingang haben wir bisher noch nicht entdecken können. Eventuell ist er zugeschüttet.

An der neuerlichen Abplatzung oben links ist zu erkennen, dass der Notausstiegsturm augenscheinlich aus verputztem Mauerwerk besteht.

Bunker im und unter dem Cafe Pudding

Der umbaute Funkmessgerätbunker

Der Kleinstollen im Hügel darunter

Auf dem "Pudding" wurde im Krieg ein Bunker als Aufnahmestand für ein Funkmessgerät ("Freya") errichtet. Auch in dem kleinen Hügel selbst entstand ein kurzer Schutzstollen. Dieser ist noch heute erhalten. Hier ist heute die E-Anlage des "Pudding" untergebracht. Der Bunker auf dem "Pudding" wurde nach dem Krieg entfestigt, später dann mit dem Cafe umbaut. Heute findet im entfestigten Bunker das Buffet des Cafes statt.

Überschüttete Regelbauten R 668 Siedlerstraße A und B

Zwei überschüttete Bunker, die Anlagen (Regelbauten mit Errichtung 1944) könnten teilgesprengt worden sein...

A:

B:

Interessant ist dieses Gebäude nahe der beiden Bunkerhügel:

Westlich der Hügel befinden sich diese älteren Bauwerke der Bahn. Sie sehen sehr massiv aus. Wurden sie für LS-Zwecke verstärkt errichtet?

Nachtrag vom 18.09.18 / Betonierter Deckungsgraben hinter Carstenstraße

Kriegerdenkmal einige Meter südwestlich vom Notausstieg:

Dieser neu aufgemauerte Notausstiegsschachtausstieg ist der letzte erkennbare Hinweis auf den Deckungsgraben über Erdgleiche. Das Innere könnte (teilweise) als Zisterne dienen (siehe Schlauch / Bilder oben).

Betonierter Deckungsgraben Schulstraße

Die Anlage liegt komplett unter Erdgleiche. Ursprünglich dürfte sich über dem Eingang ein Splitterschutz (eventuell aus Holz) befunden haben. Die Vermauerung ist original.

LS-Keller Charlottenstraße

Ebenfalls im Dorfkern befindet sich unter einem historischen Gebäude ein LS-Keller. Dieser verfügt über einen externen Lüftungsturm (links) und einen Notausstiegsturm (rechts) daneben.

Stand 26. August 2015:

Im Jahre 2012 wurde die anliegende alte Dorfvilla (Haus "Oldenburg") mitsamt der LS-Anlage entfernt. Heute befindet sich dort ein Neubau.

Weitere LS-Keller Charlottenstraße / Rösingstraße / Friedrich-August-Straße

Östlich der Gebäude befindet sich die historische Jadekaserne, heute ist hier das Inselgymnasium untergebracht:

Mutmaßlicher LS-Keller

Direkt am alten Leuchtturm im Inseldorf befindet sich dieses Objekt. Eventuell könnte dies ein LS-Keller gewesen sein. Beachtenswert sind auch die vermauerten Kellerfenster.

Regelbau R 638 bei Haus "Meeresstern"

Kleinbunker Jadestraße

An der Jadestraße befindet sich dieser kleine Hochbunker. Er stand der Zivilbevölkerung (?) - (oder Kriegsmarine ?) zur Verfügung und wird durchaus als bombensicher eingestuft gewesen sein. Heute dient der Bunker als Lager.

Interessant ist die angebaute Bunkergarage.

Leider ist nur die eine Hälfte des Bunkers einsehbar. Von hier gesehen nach rechts hinter dem Buschwerk zum Nachkriegsgebäude hin ist er noch einmal so lang. Der Splitterschutzvorbau befindet sich genau mittig der Stirnwand.

Er sieht dem ehemaligen Bunker an der Friedrich-Paffrath-Straße in Wilhelmshaven äußerst ähnlich.

Handelt es sich hierbei eventuell um einen Serienbunker der Kriegsmarine? Das Wilhelmshaven-Exemplar war ein Marinebunker der dortigen Funkpeilstation.

Regelbau R 639 Jadestraße

Noch immer befindet sich auf Wangerooge ein intakter Regelbau (ein zweiter, fast völlig zugewachsener Regelbau befindet sich noch heute einige Meter nordwestlich / weitere zumindest teilweise noch existierende Regelbauten werden vermutet). Der R 639 (großer Sanitätsunterstand) mit Baujahr 1944 wurde im Rahmen der Befestigungsmaßnahmen der Deutschen Bucht errichtet und kann (nach Absprache) zweimal die Woche besichtigt werden. Im Inneren befindet sich eine Dauerausstellung zur Kriegsgeschichte Wangerooges. Der Bunker gehörte zum nahen Marinelazarett / heute Haus "Meeresstern". Leider fanden zum Zeitpunkt unseres Besuches keine Führungen statt, obwohl wir gern daran teilgenommen hätten. Der Regelbau befindet sich unweit des ersten Bunkers an der Jadestraße.

Kleinbunker Weg Zum Westen 1 (Kabelbunker)

Gesprengter Kleinbunker Weg Zum Westen 2 (Bunker für Übertragungseinrichtung Flakstellung Graf-Spee)

Diverse Betonreste nahe Straße Zum Westen 1 / Bunker

Hierbei könnte es sich auch um letzte kleinere Reste mehrerer ehemaliger LS-Anlagen handeln. Überall, besonders am Weg Zum Westen, sind in einem Gebiet von etwa 100 Metern Betonreste zu sehen. Zu unterscheiden sind allerdings die Reste der ehemaligen betonierten Straße, die dort einst zum Westen der Insel führte.

Betonrest nahe Straße Zum Westen 2 / Bunker

Betonrest nahe Straße Zum Westen 3 / Bunker ?

Objekt am Weg Zum Westen / Zisterne ?

Nachtrag vom 27.10.16 / Großer Betonrest (eventuell Regelbau) und weitere Trümmer Flakstellung Jade-Ost / extern

Nachtrag vom 27.10.16 / Die beiden nördlichen Geschützbunker (Geschützbettungen) Flakstellung Ostdüne

Freigespült direkt am Dünenkamm zum Strand hin...

Nachtrag vom 18.09.18 / Letzte erkennbare Reste der Flakstellung Saline

Nachtrag vom 18.09.18 / Weitere interessante Objekte

Am Fähranleger / Hafen / gemauerter Schacht - wohl jedoch aus Nachkriegszeiten

Im Westen / gegenüber vom Tennisplatz / Pumpenhaus mit Betonstrukturen - wohl aber aus der Nachkriegszeit

Eckige Strukturen im Boden / Bereich Straße zum Westen / unweit östlich des Leucht- und Radarturmes

Blick Ost / West in diesem Bereich

Bereich Straße zum Westen / weitere Zisterne ?

Bereich Straße zum Westen / Objekt am bzw. im Hügel in einem der Kleingärten

Weg zum Westen (Bielefelder Haus) / Trafoturm / Verteilerturm - jedoch wohl aus Nachkriegszeiten

Kindergarten Anton-Günther-Straße / östlich der Marine-Signalstation / Verdacht auf LS-Kellereinstieg- Ausstieg

Zedeliusstraße 5 / nördlich des alten Leuchtturmes / unweit nordöstlich weiter oben aufgeführten LS-Keller-Verdachtsobjektes / Verdacht auf LS-Kellerbelüftungen (?) / Splitterschutz (?)

Kleiner Hügel / länglicher Wall Richtung Osten am Lokschuppen südlich des Bahnhofsgebäudes / befindet sich hier eine (verschüttete) LS-Anlage?

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Kriegsgräberstätte und Friedhof

Dies ist die bereits beschriebene Kriegsgräberstätte westlich der Marinesignalstation unweit westlich des Inseldorfes.

Noch weiter westlich wurde ein Friedhof mit hierhin umgebetteten Opfern des Luftangriffes vom 25. April 1945 angelegt.

 

Foto: Impression Sammlung / Dauerausstellung im Leuchtturm Wangerooge

Foto: Impression Sammlung / Dauerausstellung im Leuchtturm Wangerooge

 

Neuaufnahmen der Bombentrichter im Inselwesten vom 18.09.18:

 

 

 

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